Probenähen- Was ist das und wie funktionierts?

Ich selbst durfte ja schon für einige Labels Probenähen und das hat mich immer sehr gefreut (u.a. tragmal, worawo, by aefflynns, rosarosa, chaosnaht). Für meine eigenen Ebooks habe ich dann wiederum das erforderliche Probenähen angeleitet. Doch was genau bedeutet das eigentlich? Ein Artikel für alle, die Probenäher werden wollen, waren oder ein Probenähen veranstalten wollen.

Gedanken vorweg.

Euch als potentiellen Probenäher/innen sollte klar sein, dass ihr, seid ihr einmal ausgewählt worden, meist öffentlich namentlich genannt werdet (natürlich gibt es auch die „stille“ Teilname). Bei Kleidung müsst ihr damit einverstanden sein, dass ihr Tragebilder zeigt (von euch oder eurem Kind). Hier muss das Gesicht natürlich nicht erkennbar sein. Diese rechtlichen Bedingungen werden oft aber auch schon in der jeweiligen Ausschreibung bekannt gemacht.

1.Ausschreibung finden

Die unterschiedlichen Labels machen das unterscheidlich, meist jedoch geht es über einen Aufruf auf dem jeweiligen Blog oder auf der Facebook-Unternehmensseite. Da heißt es aufmerksam sein, sich immer wieder mal durchklicken und sofort reagieren, wenn ein Aufruf gefunden wurde. Zeitsparender kann da die Suche nach dem Labelnamen und Probenähen bei Google sein. Hier sind die Angebote jedoch nicht immer ganz aktuell. Am schnellsten sieht man jedoch Aufrufe in Facebook-Gruppen wie „Probenähaufrufe“. Hier tummeln sich viele gleichgesinnte. Einserseits die Labels, die Unterstützung suchen, andererseits willige Näher/innen. Oft sind die Aufrufe mit einem Bild des zu nähenden Stückes versehen.

MissMampfProbenähergesucht

2.Auswahl

Aufgrund des Ebook-Booms gibt es gerade sehr viele Aufrufe. Hier heißt es auswählen, was man wirklich nähen kann und möchte. Dabei spielen natürlich die zur Verfügung stehenden Zeitfenster vorrangig eine Rolle. Man sollte sich den Text zum Aufruf genau durchlesen. Hier steht, wer genau gesucht wird. Heißt, welche Größen gebraucht werden, ob Anfänger oder Fortgeschrittene Näher/innen gesucht sind, manchmal auch welches Material benötigt wird.

3.Bewerbung

Hat man etwas gefunden was einem zusagt, kann man sich mit einem Kommentar direkt unter dem Aufruf melden. Per E-Mail oder Privatnachricht wird selten eingefordert, kann aber seitens des Bewerbers auch initiativ erfolgen. Ich selbst habe schon 3-Wort-Bewerbungen bekommen „Möchte ich nähen“, „Will dabei sein“ etc. So etwas wird von mir sofort ausgesiebt. Man sollte sich schon vorstellen können, was der Veranstalter lesen möchte, bzw für Infos dieser über seine Probenäher braucht. Besser kommt es an: 1. herzlich zu Grüßen, mit persönlicher Anrede: „Hallo Lena von der Berlinerie, ich würde sehr gern probenähen…) 2. Kurz zu sagen wer man ist ( ich bin …, nähe seit…., habe ein Kind Gr. 80 (kann dann als Model dienen, ist also durchaus ein Vorteil) 3. Was man kann ( Maschinen, die zur Verfügung stehen inkl. Kameras, ob Stoffe vorhanden sind, welche Größen man noch nähen könnte).
Interessant ist auch immer, ob der Bewerber eine eigene Facebook/Pinterest/Instagram-Seite , oder einen Blog hat. Denn: hier kann sich der Veranstalter ein Bild davon machen, was und wie bisher genäht wurde, wieviel Wert der Bewerber auf Fotos und Design legt. Eigentlich immer versucht der Veranstalter eine homogene Masse an Probenähern auszuwählen. Ich habe schon ein paar Mal von enttäuschten Damen gelesen, die sich gefragt haben, warum sie nicht genommen wurden. Ich sag nur: Fotos, Fotos, Fotos! Die Qualität dieser machen da sehr viel aus, aber auch Parameter wie Design (wird Trendstoff oder der der vorletzten Saison benutzt, hat man einen eigenen Nähstil).

4.Ablauf des Nähens

Wurde man nun auserwählt, wird man immer häufiger in Facebook-Gruppen eingeladen. Dies ist für den Veranstalter, wie ich finde, die Beste Variante, um seine Näher zu informieren und ihnen eine Plattform zum Austausch zu schaffen. Natürlich gibt es auch die „Old-School“-Variante. Hier kommt die Zusage, sowie benötigte Dateien per Email. Hier ist der Nachteil, dass die Probenäher sich untereinander nicht kennenlernen (was oft gewünscht ist) und ein Fragenaustausch länger dauert, oder nur mit dem Veranstalter stattfinden kann.

Hat man die Dateien erhalten geht es darum, verschiedene Parameter zu prüfen.

funktioniert das Öffnen, die Ansicht der Datei mit dem jeweiligen PC?
Klappt der Ausdruck?
Kann man die Anleitung öffen (Fehlermeldung von Darstellungsrogrammen, Dateigröße in Ordnung), und gut „ansehen“ (Design ansprechend, ist nichts verzogen, zu klein, Grapfiken/Bilder in Ordnung?)
Anleitung soll gelesen werden und wird geprüft auf: Rechtschreibfehler, Formulierungen, Ausführlichkeit, Verständlichkeit
dann wird genäht und zwar möglichst Schritt für Schritt, so wie die Anleitung es vorgibt
Bemerkungen sollten am Besten notiert werden und zusammengefasst an den Ersteller des Ebooks gehen

6.Prüfen des genähten Stückes

Hat man dann sein Stück fertig genäht, wird Kleidung natürlich anprobiert und auf eine gute Passform geprüft- hierzu kann man, sollte etwas nicht Stimmen, sehr gut Fotos mit dem ersteller teilen (um zu zeigen wie viel zu lang ein Ärmel ist). Viele Messen auch gern nochmal ihr individuelles Kind aus, da allgemein gültige Maßangaben nicht für jeden passen. Kommen mehrere Näher zu dem Ergebnis, dass alle Ärmelvarianten zu lang sind, muss der der Ersteller natürlich entsprechend umdenken und etwas am Schnitt ändern. Dadurch kann es dazu kommen, dass man gebeten wird, noch eine zweite Variante zu nähen, um die Änderungen zu testen. Deswegen empfielt es sich unbedingt, gerade für die erste Probenähvariante „Probestoff“ zu nehmen. Das ist einfach ein Stoff, der günstig erworben wurde und es so nicht viel ausmacht, wenn das Ergebnis nicht brauchbar ist.
Hat man z.B. eine Tasche genäht, ist es auch toll, wenn diese im Alltag getestet wird. Denn gerade das ist für den Ersteller auch interessant. Sind die Henkel lang genug, macht die Anbringung von Extratäschen wirklich Sinn, ist der Reißverschluß groß genug, hält die Tasche auch eine paar volle Wasserflaschen aus etc.

7.Fotos/Collagen machen

Das Fotothema ist ein eigenes für sich und schier unendlich. Dazu gibt es auch viele Tutorials auf Youtube oder Dawanda. Schaut euch am Besten Fotos größerer Marken an. Wie stellen die ihre Produkte dar? Wichtig auf jeden Fall: ein schöner Hintergrund (nicht die dreckige Küche hinter dem Kind mit dem schönen neuen Kleid), richtige Helligkeit, das Produkt aus mehreren Winkeln zeigen, gerade Kleidung auch „in Aktion“. Mit verschiedenen Programmen aus dem Netz kann man dann diese Bilder auch in eine Collage einbinden. Aber aufgepasst, weniger ist hier oft mehr. 1000 Herzchen, Sterne und Regenbogen um den Pulli herum, lassen diesen gern verblassen.

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