Probenähen für Rosarosa

Vor einiger Zeit wurde ich glücklicherweise auserwählt, um für Rosarosa zu nähen. Sie hat einen tollen neuen Schnitt erstellt, der eigentlich „Basic“ sein soll, aber so umfangreich und wandelbar ist, dass er diesen Namen nicht verdient. Rosarosa ist ja dafür bekannt, dass sie viel Mädelskram macht, aber dieser Schnitt ist auch super für Jungs geeignet. Super finde ich z.B., dass auch gleich ein Schnittmuster für ein Kapuzenshirt mitgeliefert wird. Bei den superschönen Nähergebnissen der Mädchenmamis habe ich viele tolle Dinge gesehen, wie z.B. Puffärmel, Schleifchen, Knopfpassen, Rüschen usw. Neu für mich war, hinten eine Passe in eines meiner Shirts einzusetzen. Was für einen schönen Effekt so ein kleines Stoffstück doch ausmacht. Das E-Book ist ab jetzt auf der Website http://www.rosarosa.de erhältlich. Schaut mal dort vorbei! Anbei noch meine beiden Varianten. Glücksshirt mit Langarm, Pseudo-Knopfleiste und Patches in Gr. 110, Maritimes Shirt in Kurzarm mit Ziernaht und Rückenpasse in Gr. 116.

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Holländischer Stoffmarkt in Potsdam

Dank der tollen mobilen Internetverbindung schreibe ich heute direkt aus der S-Bahn heraus. Ich sitze völlig platt von dem Overload an Eindrücken und versuche in mein Handy zu tippen, während die schweren Tüten an den Handgelenken dies erheblich erschweren. Aber je schneller man Dinge niederschreibt, desto präsenter ist die Erinnerung. Das möchte ich nutzen. Ich bin heute allein (!) nach Potsdam gedüst um den dortigen Stoffmarkt, wie schon letztes Jahr, zu besuchen. Allein, das war dann sowiso sehr relativ, denn dort angekommen, sah man keine Stoffe, erstmal nur Menschen, irgendwo darüber weiße Marktstandplanen. Zum Glück hielt das Wetter, es flog nicht gleich alles durch die Luft, nur Vereinzelt sah man zu locker aufgehängte Vlieseline davonwehen. Das hielt aber niemanden vom völligen Kaufrausch ab. Ob jung, ob alt, In-Designer oder Rüschenoma, Patchworkerin oder Polstererin, ob Mann, Kind oder Frau: es wurde gegrängelt, geschoben und geschubst. Das ist auf den ersten Blick natürlich unschön, doch wer soetwas gar nicht abkann, sollte lieber im Internet kaufen. Ich ließ mich also, pflichtbewusst und anpassungsfähig wie ich eben bin, auf die Stimmung ein und habe nun als Resultat diese prall gefüllten Taschen an meine immer länger werdenden Armen hängen. Dennoch war das Einkaufserlebnis durchaus elementar wichtig: schulte es doch Tunnelblick, hektischen Weitblick, Selektionsblick, Qualitätsblick und und und. Die Waren an sich waren wundervoll, teils aus neuen Kollektionen, teils altbekanntes. Ich hatte jedoch den Eindruck, dass die Preise an dem meisten Ständen im Gegensatz zum letzten Jahr angezogen wurden. Das trübte den ein oder anderen Kauf, schonte jedoch den selbstgenähten Geldbeutel. Alleindes Erlebnisses wegen werde ich nächstes Jahr wieder dabei sein, bis dahin werde ich nun meine neuen Stoffe verarbeiten 🙂

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Osterkörbchen

Gerade wird ein Schnitt im Hinblick auf Ostern ja sehr gehyped. Ich hab schon gefühlt tausende schöne Varianten gesehen und mich nun auch einmal daran gewagt. Passenderweise ist das Schnittmuster bei Crazypatterns gerade reduziert. Dort gibt es zwei Varianten für das Körbchen : eine kleine und eine große. Ich habe mich für die Große entschieden, da ich dort die Verhältnisse der Blütenblätter größengerechter und schöner finde. Die Anleitung im E-Book fand ich auch als mittlerweile Fortgeschrittene etwas schwierig zu verstehen. Da hatte ich auf einmal vier Schnittmuster für Blütenblätter und konnte mir nicht erklären, wofür ich vier brauche. Schließlich braucht man nur eine Schicht außen, etwas größer, und eine innere Schicht, etwas kleiner. Leider waren wir die Schnittteile auch nicht gut beschriftet. Später sollen die Nahtzugaben auseinander gebügelt werden, diese waren aber nur mit 0,7 cm berechnet, also fand ich einmal wegen der Breite das Bügeln schwierig, und aber auch wegen der runden Wölbung des Körpchens. Ich habe mich gefragt wie ich in dieser Rundung die Nahtzugabe bügeln soll, ohne den Rest des Körbchens unansehnlich platt zu bügeln. Am Ende soll man die Wendeöffnung per Hand zunähen, hier hätte ich mir noch einmal eine Erklärung für einen guten Handstich gewünscht. Ich finde meinen Osterkörbchen dennoch sehr schick und werde wohl noch ein paar mehr nähen, um diese zu Ostern zu verschenken 🙂

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Tutorial Schrägband herstellen und Lätzchen nähen

Wer ein bisschen auf meiner Facebook Seite mitliest, hat ja schon erfahren, dass ich für die Kita meines Sohnes circa 30 Plätzchen nähen soll. Dem habe ich mich nun angenommen und gleich ein Tutorial mit Schnittmuster nebenbei für euch gemacht. Hier erfahrt ihr auch, wie man selber Schrägband aus Baumwollstoff herstellen kann.

Für das Schrägband braucht ihr: Baumwollstoff (Größe relativ egal), Lineal, Schere oder Rollschneider, Bügeleisen

Ich hatte für mein Schrägband 1 Meter gepunkteten Baumwollstoff

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1. Euren Stoff auseinander falten und ein Dreieck falten, an der Bruchkante durchschneiden. Durch diese Methode habt ihr später einen Fadenlauf von 45° zur Webkante. Das ist für die Elastizität und die spätere Weiterverarbeitung sehr wichtig!

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2. Jetzt solltet ihr ein Dreieck haben, an dessen langer Kante ihr 4 cm abmesst und so einen langen Streifen bekommt. Ihr könnt natürlich auch ein anderes Maß verwenden, 4 ist jedoch gängig und wird am Ende ein Schrägband ergeben von 1 cm Breite (man rechnet immer durch 4).

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Hier ist mein Streifen in fertiger Form. Zur Probe, ob auch richtig zugeschnitten wurde, könnt ihr das Band einmal lang ziehen, dehnt es sich? Dann ist es richtig. 🙂

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3. Jetzt geht’s ans Bügeln, ich drehe das Bügeleisen immer ganz hoch, da man dann später die Kanten „sicher hat“. Bügelt man zu kühl, können später die Seiten wieder aufklappen und das stört sehr beim Nähen. Ihr faltet nun also das Band zur Hälfte und bügelt.

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4. Wenn ihr das ganze Band so halbiert habt, klappt ihr es auf und schlagt die Kanten nach Innen zur Bügelfalte. Dies auch wieder schön platt bügeln.

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5. Und schon ist das Band fertig! Es sollte jetzt so aussehen: links von oben, rechts von unten

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Jetzt zum Lätzchen. Das Schnittmuster könnt ihr hier in 2 Teilen herunterladen(Lätzchen1Lätzchen2)  und ausdrucken (Druckereinstellung auf 100%). Legt das ausgeschnittene Schnittmuster auf den Stoff eurer Wahl (ich habe hier gelben Frottee) und schneidet dann aus.

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2. Nun das Webband am Ende umschlagen und am Rand des Lätzchens feststecken. Ich lasse diesen schritt weg, mich persönlich stören die Nadeln eher, als dass sie helfen. Es reicht auch, das Webband später per Hand zu justieren.

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3. Da der Frottee recht dick war, habe ich eine Jeansnadel verwendet und die Stichlänge auf 3mm gesetzt, das gab bei mir dann die gewünschte Naht. Hier seht ihr, wie ich das Band halte und vor allem dehne (!). Das sollte man tun, damit der Stoff sich später nicht wellt. Mit der rechten Hand habe ich immer das Band gedehnt, mit der Linken Hand den Frottee ins Webband geschoben.

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4. Nun noch den Verschluss anbringen. Bei mir gabs rotes Klettband, man kann natürlich auch Druckknöpfe nehmen.

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Hier das fertige Stück. Ich wünsche ganz viel Spaß beim nachnähen!!!

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Hier schonmal 6 der geplant 30 Stück 😉

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