Kritik am Kindersecondhandladen „Anna och Larson“

„Morgen, Kinder, wirds was geben….“ Nein, liebe Kinder und vor allem Erwachsene. HEUTE wirds was geben. Ja, ich weiß. Es weihnachtet langsam und da sollte man in romantisch flackernde Kerzen schauen und sich seiner selbst besinnen. Aber ich kann nicht. Der Grund? Die seit Monaten aufgestaute Wut gegenüber dem Kindersecondhandladen „Anna och Larson“ in der Gräfestraße in Kreuzberg.

Aber ich beginne von vorn, den diese Wut kommt natürlich nicht von ungefähr. 

Zunächst einmal ist die Lage natürlich für mich persönlich super. Gleich um die Ecke was Gutes tun, das hat doch was. Angefangen mit meiner Lust dort zu kaufen hat es, als ich schwanger war. In der Mutterschutzzeit hat man bekanntlich ja noch Zeit. Da geht man gern für den Nachwuchs einkaufen und ist überrascht über die Preise von gern mal 40 € in normalen Geschäften für ein 30×30 cm großes Stückchen Kleidung.

Gibt man in die Google-Maps-Suche „Kindersecondhand“ ein, erscheint dort der Laden nicht, geht man an ihm dann in Live vorbei, weißt ein großes Schild auf ein „Kindersachen aus 2. Hand-Laden“ hin. Erst bei ganz genauem hinsehen, war aufgrund eines selbstgemalten Schildes klar, dieser Laden hat doch einen Namen: Anna och Larson.

Mir kam also der Laden sehr gelegen. Ich sollte wegen schwierigen Schwangerschaft viel ruhen, doch der kurze Weg dorthin war zu schaffen. Nach dem anstregenden Watschelgang durch hohen Schnee, erblickte ich dort eine schöne, weiße Wiege, wie geschaffen für mein Einrichtungsvorhaben. Da ich allerdings allein nicht in der Lage war, diese gleich auf die Schulter zu laden und mitzunehmen, fragte ich nach einer  Reservierungsmöglichkeit. Unfreundlich wurde mir zu verstehen gegeben, dass dies nicht möglich sei. Warum nicht, ist mir bis heute nicht klar. Ich versuche als „Kopfmensch“ gern Tatsachen zu verstehen, doch bei der Art der Leitung dieses Geschäfts habe ich so manchen Sinn noch nicht ergründen können.

Am darauffolgenden Tag machte ich mich wieder auf den Weg dorthin, da ich, die Taschen voller Geld, die Wiege bezahlen wollte. Abholen wollte mein Freund sie dann am nächstem Tag, einem Freitag.

Wieder wurde mir klargemacht, dass auch dies nicht ginge. Man müsse zahlen und die Dinge gleich mitnehmen.

Am besagten Freitag ging ich nun also mit Verstärkung dorthin, um endlich mein Glück zu finden. Zur Begrüßung klebte ein Schild an der Tür: „Wir sind im Urlaub“. Ich konnte es kaum glauben, davon war bei meinen vorherigen Besuchen kein Wort gefallen. Da auf diesem Schild auch die Information fehlte, wann wieder geöffnet sein würde, versuchte ich die nächsten Tage, soweit mein eingeklemmter Ischias es zuließ, dort zu erscheinen um zu wissen, wann ich vielelicht doch noch einmal die Chance haben sollte, dort zu kaufen. Die Chance kam nicht, dafür, ein paar Tage darauf, eine leere Auslage im Schaufenster. Der Laden war wieder offen, die Wiege dafür weg.

OK, das war kein schöner Einstieg, ich wollte dem Ganzen aber doch nochmal eine Chance geben. Bei einem erneuten Stöberbesuch im Frühjahr, sah ich, wie einige Kunden alte Sachen bei der Geschaftsleitung abgaben, die dann wiederverkauft werden sollten. Tolle Sache, dachte ich mir, packte eine nicht kleine Ikea- Tasche mit Sachen, schnallte mir den Sohnemann um und erschien zur Abgabe. „Nein, man hätte jetzt keinen Bedarf mehr“ und das obwohl am Vortag jemand anderes etwas dort abgegeben hatte. Gut, das hätte auch einfach persönliches Pech sein können.

Also ging ich noch weitere Male dorthin. Um es kurz zu machen: Anscheinend darf hier die ganze Familie von „Anna och Larson“ mal aushelfen, da die Besitzer gern mal abwesend sind. Das wäre ja nicht das Problem, nur habe ich leider nie erfahren dürfen, dass diese Personen einem als potentiellen Kunden bei Fragen helfen konnten. Ich konnte ja schon froh sein, wenn einem überhaupt „Guten Tag“ gewünscht wurde.

Einmal, es war so ein Tag mit Aushilfe, interessierte ich mich für einen großen, Holz-Kaufmannsladen. Die Holzspielsachen stehen, muss man wissen, in einem Nebenraum hinter einem kniehohen Holzzaun. Nachdem ich minutenlang, mit ganzer Körpersprache (und ja, man die Aushilfe hat mich sehen können) Interesse signalisierte, war ich des Wartens müde. Der Holzzaun stand offen und ich hatte vor lauter Langweile angefangen, mich auch noch für eine Murmelbahn zu interessieren, die aber versteckt hinter anderen Dingen stand. Also klappte ich den Zaun etwas auf, um mich weiter vorbeugen zu können. In meinen Augen, war in dieser Situation keine Gefahr für das Holzspielzeug versteckt. Anderer Meinung war da wohl die Aushilfe, die mich auf einmal dann doch wahrgenommen hatte und innerhalb weniger Sekunden zu mir gestürmt kam, den Holzzaun zuschlug und mir unmißverständlich zu verstehen gab, dass ich diesen nicht öffnen düfte, geschweige denn das Holzareal betreten dürfte.

Einen schlechten Umgangston in dem Laden war ich ja zwar mitlerweile fast schon gewöhnt, doch dass schoss dann nochmal den Vogel ab.

Da ich aber froh war, dass nun endlich jemand zum Informationsaustausch da war, machte ich mir die Mühe nach dem Preis für den Kaufmannsladen zu fragen. Dieser sei nicht zu verkaufen und der andere, der dahinter stehe, sei schon verkauft, schnaubte es mir entgegen. Also ging ich wiedereinmal unverrichteter Dinge von Dannen und fragte mich nicht zum ersten Mal, was eigentlich mit diesem Laden nur los sei.

Was damit los ist, habe ich für mich dann heute entscheiden dürfen, bzw. müssen. Morgens nach einem kleinen Brötchenkauf fuhr ich an dem Laden vorbei und dachte mir, es wäre doch nett, dort schnell hineinzuspringen und ein neues Buch für meinen zu Hause sitzenden, kranken Sohn mitubringen. Obwohl der Laden seit 10 Minuten eigentlich offiziell geöffnet hatte, packte der Inhaber nach einem kleinen Nachbarsplausch auf der Straße gemütlich die Kinderfahrräder vor den Laden. Mein Rad hatte ich derweil vor einer der Ladenwände angelehnt, da ich ja „nur mal eben kurz…“. Nunja. Ich betrat also mit einem Fuß das Geschäft und wurde sogleich zurückgepfiffen. Zwar standen noch ein paar kleine Kinderräder im Raum herum, diese hätten mich aber nicht daran gehindert mir die Buchauslage anzusehen.“Das ginge jetzt nicht, er müsse erst noch ausräumen“ sagte da der Herr und nahm mein Rad in beide Hände, fing an es wegzuschieben. Offensichtlich wollte er genau in dieser Sekunde dort Platz haben. Wiedereinmal war auch an dieser Stelle der Ton völlig unpassen und Kundenverschreckend. Wiedereinmal stand ich völlig verständnislos vor „Ann och Larson“.

Nun habe ich also endlich, endlich verstanden, was genau mit diesem Laden los ist: Ich soll dort einfach nichts kaufen. Daran werde ich mich nun auch halten. Keine Angst, ich komme nicht wieder.

 

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Ein Kommentar zu „Kritik am Kindersecondhandladen „Anna och Larson“

Gib deinen ab

  1. Ja, ich erkenne, den Laden in deiner Beschreibung wieder :), mir erging es schon einige Male sehr ähnlich. Unfreundlichkeit, teils ganz schön saftige Preise, usw usw…Zum Glück gibt es am Reuterplatz einen anderen sehr netten Kindersecondhand-Laden!

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