T-Shirt nähen: Schnittmuster vorbereiten

Obwohl ich nie der Bastel- und Selbermachtyp war, hat sich, wohl auch durch den Familienzuwachs einiges bei mir geändert. Da sitze ich nun wider erwarten Abend für Abend mit Youtube-Lernvideos in der Endlosschleife an der neu gekauften Nähmaschine, zeichne, messe, schneide und nähe. Und…unglaublich aber wahr, es bringt mir auch noch Spaß! Hier möchte ich meine ersten tapsigen Schritte verewigen, sodass ich und auch Interessierte von meinen Fehlern lernen können 🙂 In diesem ersten Artikel geht es um den Versuch ein Kinder-T-Shirt Größe 98 zu nähen.

In meinen tagelangen Recherchen vorab ergab sich, dass es unheimlich schwer ist einen guten, einfachen Schnitt für ein stinknormales T-Shirt zu finden. Im Internet gibt es einiges zu finden, überrascht haben mich jedoch die Preise für ein Schnittmuster zwischen 5-10 Euro.

Zunächst suchte ich nach billigeren Varianten, schließlich gibt es durchaus Umsonstschnitte, jedoch keine T-Shirts.

Letztendlich bin ich dann also in der doch etwas altbackenen Nähabteilung Karstadts gelandet, wo ich mir einen warscheinlich genauso altbackenen Burda-Kombi-Schnitt für 8,99 Euro kaufte. Hierin enthalten: ein normales T-Shirt, Langarmshirt in zwei Varianten und ein Kaputzenshirt.

Den auf hauchdünnen Papier vorgezeichneten Schnitt unfallfrei auf dem Tisch auszubreiten ist offensichtlich eine Kunst für sich.

Dank hilfreicher Erstlings-Lernvideos von Pattydoo ( http://www.pattydoo.de) habe ich mir den Abpaustipp zu Herzen genommen.

Schnittmuster vorbereiten

1. Schnitteile identifizieren, Kopierfolie über den Schnittvordruck legen und die gewünschte Größe abzeichnen (am Besten mit einem Folienstift).

2. Schnittteile aus der Folie ausschneiden, so bleibt die originale Schnittvorlage für später zu verwendende Größen erhalten.

3. Alle notwenigen Linien, Fadenlaufrichtung, Bruchkante und Kleidergröße mit übertragen, so ist es später übersichtlicher. Wer ganz penibel sein möchte, zeichnet die langen Strecken mit Linieal.

4. Diese Schnitteile dann auf Stoff festpinnen, sodass diese nicht verrutschen.

Ich hoffe, das dies verständlich ist, zu guter Letzt noch ein Foto. Aus Faulheit habe ich mich gegen ein Lineal entschieden, Berufsnäherinnen schlagen jetzt warscheinlich beide Hände über den Kopf, aber ich bin auch so ganz gut zurecht gekommen 🙂

Rück-Vorderseite und Ärmel, sowie Umbruch
Rück-Vorderseite und Ärmel, sowie Umbruch

Sternstunden der Bedeutungslosigkeit- Rocko Schamoni

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Als ehemalige Hamburgerin muss man natürlich Schamoni gelesen haben. Dunkel sind die Erinnerungen an seine Dorfpunks, umso frischer der neueste Eindruck von ihm durch sein Buch „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“, 2008 erstmals im rororo-Verlag erschienen. Durch den Titel wird der Buchinhalt vorweggenommen: kein von mir je gelesenes Buch war langweiliger (nagut, außer dem in der Karibik absichtlich vergessenem Buch von Hakan Nesser „Die Einsamen“, aber das ist ein anderes Thema). Sympathisch zu bewerten ist jedoch, dass man sich dank Titel und Klappentext eh nicht viel versprochen hatte.

Das Buch handelt von Michael Sonntag, bei dem der Nachname Programm zu sein scheint. Ziellos, desillusioniert und mittellos erlebt dieser Tag ein, Tag aus, den gleichen langweiligen, nichtssagenden Alltag. Als drogennehmender Kunststudent, der irgendwann auch einmal zu Seminaren ging, hat Sonntag es sich zur Lebensaufgabe gemacht, alles von der Ferne aus ganz genau zu beobachten. Er selbst zählt sich zu den Unnormalen, zu denen, die nicht dazu gehören. Er träumt von der Liebe und von einem Lebensziel, das er gegen Ende des Buches gefunden zu haben scheint :“…ich habe ein Ziel im Leben gefunden: den nächsten Tag.“  Bei der Beschreibung dieser Tristesse, lebt man gerne mit Sonntag mit, liest über dessen Langeweile hinweg, um doch endlich eine Wendung in dessen Leben zu erfahren. Ob sie kommt, lasse ich potentielle Neuleser selbst herausfinden.

Sollte ich das Wort Langeweile bisher zu oft verwendet haben, zuletzt noch eine Positiv-Zusammenfassung: In der oft schlechten Laune, Exsistenzfragen und der vermeintlich aussichtslosen Suche nach Liebe, kann sich, denke ich, jeder wiederfinden, der auch schon mal einen schlechten Tag hatte. Rocko Schamoni weiß den Leser nicht ganz in die Depression stürzen zu lassen, indem er z.B. einen von Michael Sonntag verschluckten Goldfisch auftauchen lässt, der diesem aus dem Bauch heraus mit trockenen Kommentaren den Weg weist. Und dann ist da noch Hamburg. Hamburg bei am Abend, in der Dämmerung, im Morgengrauen. Wundervoll!

Leseempfehlung für Hamburger, Desillusionierte und Rocko-Fans.